Manaus: dagewesen oder nicht, macht keinen Unterschied. Das Wahrzeichen „Teatro Amazonas“ ist schön. Der Hafen lebendig mit all den Menschen, die ihr Glück auf einem zusammengepferchten Menschenkutter – Hängematte an Hängematte – flussabwärts suchen. Ein paar Stunden später verlasse ich diese wuselige und irgendwie traurig anmutende Millionenstadt, die sich wie ein Parasit in den Urwald gefressen hat.
Da ist er wieder dieser Ohrwurm: „Take me down to my boat on the river“. Ich mache eine mentale Notiz, dass ich den Interpreten mal nachschlagen muss. Ich folge dem Ruf, nächster Stopp, mein schwimmendes Hostel mitten auf dem Rio Negro. Ein buntes Sammelsurium angemalten Schwemmholzes. Ich fühle mich sofort wohl und genieße meine Auszeit. Natürlich so gut wie allein, das Gegenteil hätte mich mittlerweile verwundert.
Dani-Modus: Spät abends wird es dann mal richtig voll. Während sich die brasilianische Generation Z die Seele aus dem Leib tanzt und der ein oder anderen Dröhnung nicht abgeneigt ist, lass ich mich vom Bass in dem Schlaf schlummern. Meine innere Uhr weckt mich zum Sonnenaufgang, die beste Zeit, um vorm Frühstück noch ein paar Techno-Vibes aufs Parkett zu legen. Wer sagt denn, dass die besten Partys spät abends stattfinden müssen? Von meiner übermütigen Idee, das bizarre Treiben noch durch einen morgendlichen Sprung ins kühle Nass zu begleiten, lasse ich dann doch ab. Die Stimmung der übermüdeten Security ist sichtbar angespannt und mein Gefühl sagt mir, dass die Wahrscheinlichkeit für Nachahmer hoch wäre. Während dann nach und nach die Ratten das sinkende Schiff verlassen, freue ich mich auf mein Frühstück.
Als Nebeneffekt zu meiner sehr geschätzten touristischen Exklusivität habe ich zu akzeptieren, dass das Erklimmen der Samaúma, der 60 Meter hohen Riesenbäume des Amazonas, ein Traum fürs nächste Mal bleibt. Alternativ schnappe ich mir ein Stand-Up Paddel und tummle mich teils sonnig teils Regen überströmt unter die Piranhas des Rio Negro. Mein Hausboot Hostel bietet mir den idealen Platz, um wie ein Outdoor-Autor meine Gedanken zu Papier zu bringen, begleitet durch eine fließende Caipirinha-Begleitung.










